Geschichtliches zur Stadt und Region

Elsterwerda um 1887
Elsterwerda um 1887

Geschichtliche Ereignisse

1200 – 1100 v.u.Z. Aus dieser Zeit stammen die ersten steinzeitlichen Funde. Sie wurden an der Schwarzen Elster gefunden.

Das Elsterschloss
Das Elsterschloss

970 – 1032 Deutsch-slawische Kämpfe – Errichtung von Kastellen, Bau der Elsterburgen zum Schutz der Handelsstraßen parallel zur Schwarzen Elster (Zucker- und Salzstraßen).

1065 Burg und Zubehör gehörten zu den Burgwarten Strehla und Boritz unter Heinrich IV.

1211 Erste quellenmäßige Belegung des Namens von Elsterwerda. In der ältesten Urkunde, die bis jetzt aufgefunden wurde und in der Elsterwerda erstmalig erwähnt wird, ist die vom 14.03.1211. Es ist eine Urkunde vom Bischof von Meißen, in der eine Schenkung aufgezeichnet wird, welche Heinrich von Strehla dem Kloster Altzelle machte. Von sieben Zeugen, die diese Urkunde unterzeichnet hatten, steht an vierter Stelle Rudolfus sacertos de Elsterwerden. Der Name von Elsterwerda bedeutet soviel wie „Burg auf der Elsterinsel“.

1288 Erste urkundliche Erwähnung der Burg von Elsterwerda.

1341 Konrad von Köckritz wird als Herr von Elsterwerda in einer Urkunde genannt. In den kommenden Jahren herrschten die Köckritze in der Stadt.

1364 Vermutliche Verleihung des Stadtrechtes.

1509 Als die Köckritze Herrschaft endete unterstand die Burg und Stadt Elsterwerda dem Herzog Georg von Sachsen.

1696 Am 09.04.1696 verheerender Stadtbrand, bei dem bis auf die Kirche, Schule und zwei Brauhäuser alles eingeäschert wurde sowie viele Menschen und Vieh umkamen. (Großbrände auch 1562, 1621 u. w.)

1708 Freiherr von Löwendal kauft Elsterwerda – er lässt die Burg zum Schloss umbauen.

1727 Am 20. März wird Elsterwerda für 105.000 Taler an den Kurprinzen Friedrich August von Sachsen verkauft. August der Starke schenkte am 4.6.1727 seiner Schwiegertochter Maria Josepha von österreich das Schloss.

Postdistanzsäule in Elsterwerda
Postdistanzsäule in Elsterwerda

1738 Elsterwerda erhält eine Postdistanzsäule.

1813 Am 20. Juli zieht Kaiser Napoleon durch Elsterwerda.

1815 Friedrich August von Sachsen verlor die größere Hälfte seines Königreiches und unsere Gegend kam zum preußischen Regierungsbezirk, Bildung des Kreises Liebenwerda.

1961 Während der Festwoche vom 24.06. bis 01.07.1961 feierte die Stadt ihr 750jähriges Bestehen.

1945 – 1952 Elsterwerda gehört zum Landkreis Bad Liebenwerda sowie zum Landesregierungsbezirk Halle/Merseburg.

1953 – 1993 Elsterwerda gehört zum Kreis Bad Liebenwerda im Bezirk Cottbus.

ab 1993 Die amtsfreie Stadt Elsterwerda gehört zum Landkreis Elbe-Elster und zum Land Brandenburg.

Fakten über Elsterwerda

Jahrhunderthochzeit vor 300 Jahren


Schloss Elsterwerda (M J R)

Jahrhunderthochzeit vor 300 Jahren

Wenn wir das Elsterwerdaer Elsterschloss von der Parkseite betrachten, so erkennen wir mit etwas Anstrengung über dem Treppenaufgang die Buchstaben M J R. Wer verbirgt sich hinter diesen goldglänzenden  Initialen? Es ist Maria Josepha Regina, und wer war diese Frau? Ja, was veranlasst uns in  diesen Tagen an sie zu erinnern?

Sie war eine österreichische Kaisertochter, und August der Starke hatte sie als Gemahlin für seinen Sohn Friedrich August II. auserwählt.

In diesen Tagen  vor 300 Jahren also am 19.8.1719, erfolgte die Vermählung des jungen Paares in Wien, und anschließend wurde die Hochzeit vier Wochen lang in Dresden gefeiert.

Als dann 1733 nach dem Tode Augusts des Starken ihr Gemahl Kurfürst Friedrich August II. zum König von Polen ernannt wurde, erhielt bei der Krönungsfeier am 17. Jan.1764 in der Wawel – Kathedrale zu Krakau auch sie die polnische Königskrone auf das Haupt gesetzt. In ihrem Jagdschloss zu Elsterwerda, das ihr der Schwiegervater August der Starke geschenkt hatte, prangte nun auch die Initiale R für  Regina die Königin.

Maria Josepha war jetzt Kurfürstin von Sachsen, polnische Königin und eine äußerst geistvolle Frau. Wer sich mit dem Leben und Wirken dieser Frau beschäftigt, wird feststellen, dass sie eine außergewöhnliche Herrscherin ihrer Zeit war.

Sie liebte  also nicht nur das Jagen, sondern auch Musik und Literatur. Ihren Wünschen entsprechend, herrschte in Dresden eine rege Bautätigkeit.

1751 wurde die katholische Hofkirche eingeweiht, ein Bauwerk christlicher Kunst mit katholischer Prägung.

In religiösen Fragen war sie eine äußerst tolerante Herrscherin. Sie verlangte aber auch Toleranz gegenüber den katholischen Mitbürgern im lutherisch – evangelischen Sachsen.

Als Polens Königin lernte sie auch Polnisch und bemühte sich deutsche Werke ins Polnische zu übersetzen. Ihre Schwiegertochter Maria Antonina von Bayern, Ehefrau des Kurfürsten Friedrich Christian  setzte ihr Werk lebhaft fort.

Ausdruck ihrer Geisteshaltung war ihr großzügiges caritatives Wirken. Erwähnenswert ist auch ihr selbstbewusstes Auftreten gegenüber Friedrich dem Großen von Preußen.

Um all ihr Wirken gebührend zu erfassen, müssten  wir noch Seiten füllen. Anlässlich ihres 300. Hochzeitstages erinnern wir gern an

Maria Josepha Regina, österreichische Kaisertochter, die einstige Schoßherrin zu Elsterwerda, Polens letzte Königin und Sachsens Glanz in der europäischen Kulturgeschichte.

Dr. Gustav Bekker

Benutzte Literatur:

1.Ernst Günther, „Maria Josepha, Augusts des Starken Schwiegertochter“, Tauchaer Verlag 2009

2.Jacek Staszewski, „ Wettynowie“(Die Wettiner),Olsztyn 2005