Flagge der Ukraine

Gedanken zum aktuellen Weltgeschehen

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

nur ein Augenblick des Innehaltens einer leicht abklingenden pandemischen Lage, ein kurzes Aufatmen, Hoffen und die ersten ermutigenden Frühlingsstrahlen. Nun ist alles anders. Unsere Welt erschüttert ein Krieg mitten in Europa, so unfassbar, wie unvorstellbar.

Russland Ukraine KriegElsterwerda will Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine aufnehmen

In Angesicht der Situation in der Ukraine und ungeachtet der Historie, was im In- und Ausland diese furchtbare Situation begünstigt oder nicht verhindert hat, sind es die Menschen, die zivile Gesellschaft, deren Schicksal uns so tief bewegt und berührt! Die Stadt Elsterwerda wird sofort Flüchtlinge der Ukraine aufnehmen, unsere städtische Sportpension auf dem Holzhof steht Flüchtenden sofort zur Verfügung, Verwaltungsmitarbeiter, ich persönlich und viele Ehrenamtliche wollen helfen.

Die Auswirkungen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine sind längst auch in Deutschland angekommen. Viele Frauen und Kinder landen zuerst in Brandenburg.

Was wir sofort getan haben, ist die Bereitschaft, flüchtende Menschen aus der Ukraine aufzunehmen. Unsere Schulen der Stadt und die städtische Kindertagesstätte haben sofort ihre Unterstützung angeboten. Noch am gleichen Tag erhielten wir die Unterstützungszusagen des DRK, des DM Drogerie Marktes Elsterwerda, von Geschäftsinhabern, Vereinen und zahlreichen privaten Initiativen. Alle stehen unterstützend zur Verfügung.

Danke für diese Hilfsbereitschaft!
Unsere Gedanken, unsere Gebete und die Hilfsbereitschaft
widmen wir den ukrainischen Menschen.

Auch der russischen Bevölkerung gilt unser Mitgefühl. Sie ist es nicht, die den Einmarsch forderte!

Wir können alle nicht verstehen, dass sich die Ukrainekrise in einen Krieg verwandelt.

Vermutlich waren wir alle naiv. Wir leben in einer nahezu luxusüberfüllten Welt, kennen weder hungernde Kinder, noch die bloße Angst, dass Terror oder bewaffnete Einheiten unser Leben mitten in Europa gefährden könnten.  Unsere, Spaßgesellschaft’ hat den Blick auf eine sich verändernde Welt zunehmend verkannt und ignoriert.

Die eigentlichen Werte unseres Lebens, unserer Gesellschaft, unserer Kultur sind zunehmend vernachlässigt worden. Bildungsaufgaben, eine starke Bundeswehr und Polizei, wirkliche Werte und Respekt galten im Wirbel um Nichtigkeiten zu wenig. Unser Land hat den Eindruck hinterlassen, sich den Gendersternchen mehr zu widmen, als der eigenen Sicherheit, Wehrfähigkeit und Bildung. Wir fühlen uns ohnmächtig und sind entsetzt, unvorstellbar ist dieser Überfall Russlands.

Vor allem die Ostdeutschen haben das Russlandbild bislang sicher anders betrachtet. Ich bin in der DDR aufgewachsen. Mein Heimatort Hohenleipisch hatte eine russische Garnison, die für uns nahezu zum Alltag gehörte. Wir hatten als Schüler russische Brieffreundschaften, Konzerte, gemeinsame Feste, kennen die Sprache und verstehen die russische Kultur. Für diese, meine Generation erschienen Krieg und ein erneutes Zerwürfnis mit Russland völlig ausgeschlossen.

Menschen und Unternehmen aus Elbe-Elster haben umfangreiche Kontakte und wirtschaftliche Beziehungen mit Ländern im Osten, partizipierten seit Jahrzehnten auch von den guten Verbindungen nach Russland, Weißrussland und in die Ukraine. Ich hoffe für uns alle aus ganzem Herzen, dass der Krieg umgehend beendet wird. Eine moderne Welt, deren Kommunikationsmöglichkeiten nahezu unerschöpflich sind, deren hoher diplomatischer Anspruch und Dialogfähigkeit aus der Geschichte lernen kann, versagt völlig. Wir denken dieser Tage auch an unsere polnische Partnerstadt Naklo nad Notecia, die noch näher an den Geschehnissen weilt.

Bitte bleiben Sie solidarisch mit den ukrainischen Flüchtlingen und lassen Sie uns gemeinsam eintreten für eine Welt im Frieden!

Ihre Bürgermeisterin
Anja Heinrich
01.03.2022